KFZ Versicherung: Schadensklassen

Jeder Kraftfahrzeughalter muss für sein Fahrzeug eine sogenannte KFZ-Haftpflichtversicherung abschließen. Da die Unfallrisiken von Fahranfängern und “alten Hasen” sehr unterschiedlich sind, haben die Versicherungsgesellschaften bei jeder KFZ Versicherung Schadensklassen eingeführt. Das bedeutet, je niedriger die Schadensklasse des Versicherungsnehmers, um so geringer ist sein Rabatt und um so mehr muss er für den Versicherungsschutz bezahlen. Schadensklassen werden auch als Schadensfreiheitsklassen (Kürzel: SF) bezeichnet.

Je länger der Versicherungsnehmer unfallfrei fährt, um so geringer wird sein Versicherungsbeitrag. Beispiel: beginnt man mit SF 0 (240% des Versicherungsbeitrages), ist man nach zwei unfallfreien Jahren in SF 2 (85% des Versicherungsbeitrages) eingestuft. Im Umkehrschluss wird man nach einem verschuldeten Unfall, wenn der Schaden des Gegners von der Versicherung reguliert wurde, in der Schadensklasse zurück gestuft. Aus diesem Grund kann es sich lohnten, Schäden des Unfallgegners, bis zu einem gewissen Betrag, selbst zu bezahlen. Die Höhe hängt von dem eigenen Versicherungsbeitrag und von der Schadensklasse ab. Man kann sich von der Versicherungsgesellschaft ausrechnen lassen, bis zu welcher Schadenssumme die Eigenregulierung lohnt.

Um die Rückstufung nach einer Unfallregulierung zu verhindern, bieten einige Versicherungsgesellschaften gegen Aufpreis einen so genannten Rabattschutz an. Durch den Rabattschutz wird der Versicherungsvertrag nach einem Schaden so gestellt, als sei dieser nicht eingetreten. Die Bedingungen für den Rabattschutz sind bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft zu erfragen.

Möchte ein Fahranfänger eine KFZ Versicherung abschließen, sollte er sich vorher gründlich informieren, denn die Einstufung in die KFZ Versicherung Schadensklassen erfolgt unter den Versicherungsgesellschaften sehr unterschiedlich. Außerdem gibt es die Möglichkeit, den Rabatt von einem anderen Vertrag zu übernehmen. Dies ist möglich unter Verwandten ersten Grades oder unter Ehe- und Lebenspartnern. Der Übernehmende muss nachweisen, dass er das Fahrzeug des Abgebenden nicht nur gelegentlich gefahren hat. Außerdem verliert der der Abgebende seinen Rabatt für das entsprechende Fahrzeug. Bei der Übernahme von KFZ-Versicherung Schadensklassen sind noch weitere Bedingungen geknüpft, die bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft zu erfragen sind.

Wird der Vertrag unterbrochen, gelten einheitliche Regelungen bei den Versicherungsgesellschaften für Vertragsunterbrechungen bis zu zwölf Monaten:
– bei einer Vertragsunterbrechung bis zu sechs Monaten, wird der Vertrag so behandelt, als hätte
es die Unterbrechung nicht gegeben,
– bei einer Vertragsunterbrechung von sechs bis zwölf Monaten, wird der Rabatt “eingefroren”, die
Wiederaufnahme des Vertrages erfolgt in den KFZ Versicherung Schadensklassen, bei denen der
Vertrag unterbrochen wurde.
Bei Vertragsunterbrechungen von mehr als zwölf Monaten, gelten je nach Versicherungsgesellschaft unterschiedliche Regelungen.

Bevor man sein Auto versichert, sollte man sich genau über die Einstufung in die KFZ Versicherung Schadensklassen und über die Versicherungsbeiträge informieren.


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Veröffentlicht auf www.versicherungen-infoportal.de am 28. November 2010 mit den Schlagwörtern: