Tilgungsaussetzungsversicherung

22. September 2009 | Beitrag von: | Rubrik: Weitere Vorsorgeprodukte

Bei der Tilgungsaussetzungsversicherung handelt es sich um eine spezielle Form der Immobilienfinanzierung. Während in Deutschland das Annuitätendarlehen mit einer längeren Zeit der Zinsfestschreibung bei der Finanzierung einer Immobilie der übliche Weg ist, wird die Tilgungsaussetzungsversicherung im Gegensatz zu anderen europäischen und amerikanischen Ländern hier eher selten abgeschlossen. Bei ihr handelt es sich faktisch um eine Form der Lebensversicherung. Während der Laufzeit des Immobiliendarlehens zahlt der Kunde lediglich die Kreditzinsen sowie die Beiträge für diese besondere Lebensversicherung, während die gesamte Tilgung in einer einzigen Summe durch die Auszahlung der Versicherungssumme erfolgt. Diese Aussetzung der Tilgung während der gesamten Laufzeit des Darlehens hat der Finanzierungsform ihren Namen gegeben.
Anbieter einer Tilgungsaussetzungsversicherung sind im Normalfall nicht Banken, sondern Versicherungsgesellschaften. Um ein günstiges Angebot zu erhalten, ist das Einholen mehrerer Angebote zum Vergleich unbedingt erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass eine gute Geschäftsentwicklung in der Vergangenheit ein Indiz für die zukünftigen Leistungen einer Versicherungsgesellschaft sein kann, eine Garantie für zukünftige Gewinnbeteiligungen bietet sie nicht.

Bei der Kalkulation der Versicherungsbeiträge wird neben der garantierten Verzinsung regelmäßig auch eine Gewinnbeteiligung eingerechnet. Diese kann zwar anhand der Daten aus vergangenen Verträgen ansatzweise bestimmt werden, eine Garantie ist jedoch nicht möglich. Somit besteht die Gefahr, dass die ausgezahlte Summe aus der Lebensversicherung nicht für die Tilgung des Immobilien Darlehens ausreicht. In diesem Fall muss für die verbleibende Summe kurzfristig eine neue Finanzierung gesucht werden.

Im Gegenzug zu der Notwendigkeit, bei einer geringer als erwartet ausfallenden Gewinnbeteiligung einen weiteren Kredit aufnehmen zu müssen, hat der Darlehensnehmer durch den Abschluss einer Tilgungsaussetzungsversicherung auch die Chance, bei einer unerwartet positiven Geschäftsentwicklung einen höheren Betrag als vereinbart ausgezahlt zu bekommen. Das die Darlehenssumme für die Immobilie übersteigende Geld kann dann natürlich frei verwendet werden.

Eine Tilgungsaussetzungsversicherung ist nur dann sinnvoll, wenn der Kunde mit einer guten Gewinnbeteiligung rechnet und er eine gewisse Risikobereitschaft mitbringt. Leichter kalkulierbar ist in jedem Fall das Annuitätendarlehen. Allerdings können Beiträge zu einer Lebensversicherung teilweise steuerlich geltend gemacht werden, so dass auf diese Weise ein zusätzlicher Vorteil für den Versicherungsnehmer entstehen kann.


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